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Das ewige Thema unserer Wuschels: Die Fellpflege

Ich möchte auf dieser Seite mal ein paar Infos zur Fellpflege unserer Wuschels geben.
Leider sehen wir doch immer wieder Hunde mit geschorenem bzw. gekürztem Fell.

Ich möchte hier niemanden verurteilen. Es gibt sicher verschiedene Gründe,  weshalb man diesen Weg beschreitet. Ich persönlich finde es einfach schade. Aber nicht nur wegen der Optik, sondern sehe ich vielmehr den ”gesundheitlichen” Aspekt.
Es ist offensichtlich eine Modeerscheinung - und ist man im Sommer mit einem Langhaarhund unterwegs wird man schon fast der Tierquälerei bezichtigt. Liebe Unwissende.... das Gegenteil  ist der Fall!

Das Fell unserer Hunde hat nicht nur eine optische Funktion. Vielmehr handelt es sich um eine Schutzfunktion!
Das Fell unserer Serras sollte ohne Unterwolle sein. In unseren  Breitengraden mit Klimawechseln von Sommer auf Winter finden wir aber  doch einige Exemplare mit Unterwolle.
Die Unterwolle hat eine isolierende Wirkung. Sie schützt vor Kälte aber auch vor Hitze.
Das Deckhaar schützt vor Regen und Wind.

Was passiert nun, wenn wir das Haar kürzen?
Das schützende Deckhaar geht verloren. Zurück bleibt die Unterwolle, welche nun bedingt durch die geringe Länge kaum noch zu lockern ist. Ein  Auskämmen der Unterwolle ist in diesem Fall nicht mehr möglich! In Folge dessen verfilzt sie. Es entsteht eine direkt auf der Haut aufliegende luftundurchlässige Wollschicht, welche leicht zu Hautekzemen und  Hitzestau führen kann.
Das, was wir eigentlich vermeiden wollten -  nämlich daß unser Hund im Sommer nicht so sehr unter der Hitze leidet -  genau das provozieren wir durch einen Kurzhaarschnitt!

Ich konnte das Phänomen super beobachten. Kam unsere Nurit nun im  Juni mit geschorenem Fell zu uns. Dagegen Mira und Nuno mit langem Haar, bei denen ich Berge an Unterwolle€ rauskämmen konnte. Bei Nurit war das gerade mal eine handvoll. Nun kann man natürlich annehmen, daß bei dem geschorenen Fell ja keine Unterwolle vorhanden ist. Irrtum! Es läßt sich nur leider nicht auskämmen. Nurit musste deutlich mehr Wolle mit  sich rumtragen als unsere langhaarigen Exemplare! Da reichte schon ein  Griff in das Fell, um den Unterschied zu merken.

Was also tun?
Kürzen - kann man machen - aber es sollten mindestens 10cm stehen bleiben. Das gekürzte Fell erleichtert einem natürlich das Kämmen. Die vorhandene Unterwolle lässt sich bei der verbliebenen Länge noch gut lockern. Schneiden wir kürzer, ist dies wie oben beschrieben nicht mehr möglich!
Wollen wir unserem Hund also etwas Gutes tun, dann lockern wir die Unterwolle. Die Haut wird so gut belüftet - der natürliche Schutz bleibt erhalten.

Und ganz wichtig: je öfter wir scheren oder auch schneiden, desto mehr geht das  schützende Deckhaar verloren! Das Resultat ist ein Hund mit überwiegend  glanz- und farbloser, flusiger Unterwolle, welche dicht auf der Haut  aufliegt.
Und dann stellen wir uns mal die ganz ehrliche Frage: Wem wollen wir damit helfen? Tatsächlich dem Hund oder nicht doch eher uns selber? Weil es einfach insgesamt viel einfacher ist und uns weniger Arbeit macht!


Nachfolgende Bilder und die Erklärungen dazu durfte ich mit freundlicher Genehmigung von Petra Maaz (www.zeit-fuer-fellness.de) übernehmen! Ganz ganz lieben Dank dafür! Super Tips zur Fellpflege und  wichtige Informationen über die passenden Utensilien, Video-Anleitungen  und vieles mehr sind auf ihrer Seite ausserdem noch zu finden.

Hier noch mal der Aufbau des Haarkleides:

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Wenn das Fell kurz geschnitten, oder geschoren wird, geht das schützende Deckhaar verloren. Es bleibt nur oft farbloses feines Woll-Fell, das  immer noch dicht auf der Haut sitzt, und nun die Funktion des Deckhaars  übernehmen muss. Der natürliche Schutz geht verloren.

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Die Wolle ist zu kurz als das man sie noch irgendwie ausdünnen könnte und die Haut bleibt schlecht belüftet.
Ein weiterer Aspekt, sind die weit reichenden Folgen für die Fellentwicklung:
Wenn der Hund häufiger und über Jahre geschoren wird, wird das Deckhaar auf Dauer sogar verdrängt und es wächst irgendwann nur noch Unterwolle nach. Das Fell hat keinen Glanz, eine stumpfe & recht farblose Optik, und liegt dicht und eng auf der Haut.

So sähe die Struktur aus mit ausgekämmter/reduzierter Unterwolle:

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Das war nun mein laienhafter Versuch, ein wenig Aufklärungsarbeit zu  leisten. Letztendlich ist dieses Thema noch viel umfangreicher. Ich bin auch keine Fachfrau in Sachen Fell :-)
Viele sogenannte Hundefrisöre sind dies aber offensichtlich auch nicht! Denn sonst würde man nicht überall die kurz geschorenen Hunde laufen sehen....
Ich bin ja nun auch ”nur” Besitzerin der inzwischen vierten Fellnase. Wirkliche  Probleme hatte ich bei keinem unserer Wuschels. Und jeder hat/hatte eine andere Fellbeschaffenheit. Momentan leben hier 3 Wuschels und ich empfinde die Fellpflege absolut nicht als stressig und zeitaufwendig!  Manchmal kann man auch zu viel kämmen. Denn ganz frisch gekämmt neigt das Fell unserer Serras doch auch schneller zu Verfilzungen. Der richtige Mittelweg ist da gefragt. Während des Fellwechsels vom Welpen-  zum Erwachsenenfell werden unsere Hunde ca. 1x pro Woche gekämmt. Das endgültige Fell vielleicht noch alle zwei bis drei Wochen. Dann aber sehr gründlich. Schicht für Schicht wird dann durchgearbeitet. Das kann eine durchaus entspannende Wirkung haben :-)
Bedarf aber sicher auch etwas Übung!

Eine Anleitung zum entspannten ausbürsten kann man hier finden: http://www.zeit-fuer-fellness.de/videos/