Logo neu

Die Hüftgelenksdysplasie (HD)

Die HD ist eine erblich bedingte Erkrankung des Hüftgelenks.  Oberschenkelkopf und Hüftgelenkspfanne sind fehlgebildet und passen in  ihrer Form nicht zueinander.

Ein gesundes, normal entwickeltes Gelenk sieht folgendermaßen aus:

2008-10-13-1633-32_edited

Der Pfannenrand ist scharf konturiert. Der Oberschenkelkopf ist kugelförmig, in Größe und Gestalt sich der Pfanne anpassend.

HD ist genetisch bedingt, läßt sich aber durch verschiedene Faktoren  beeinflussen. So ist inzwischen bekannt, dass eine zu eiweiß- und  energiereiche Ernährung in der Entwicklungsphase des Welpen einen  negativen Einfluß hat. Auch eine erhöhte körperliche Aktivität (Treppensteigen, Hundesport etc.) sollte in der Wachstumsphase vermieden werden. Besteht keine Veranlagung für eine HD, haben oben genannte  Faktoren keinen Einfluß auf die Entwicklung des Gelenkes. Da wir aber nicht wissen können, welche Veranlagung unserem Welpen in die Wiege gelegt wurde, sollte jeder Welpenbesitzer darauf achten, dass der Welpe eine ausgewogene und seinem Alter entsprechende Nahrung bekommt zudem soll körperliche Überanstrengung vermieden wird. Auch HD-freie Elterntiere können HD-Träger sein und diese vererben!

Die HD wird unterteilt in fünf Grade. Es wird dabei der sogenannte Norbergwinkel zur Hilfe genommen. Hier ein Überblick über die Einteilung der  Hüftgelenksdysplasie:

HD

Die Ellenbogendysplasie (ED)

Der Begriff Dysplasie umfaßt alle degenerativen Erkrankungen der Gelenke. Unter dem Begriff ED werden folgende Erkrankungen zusammengefaßt:

· OCD (Osteochondrosis Dissecans)

· IPA (Isolierter Processus anconeus)

· FCP (Fragmentierter Processus coronoideus)

Die ED wird unterteilt in vier Grade:

Normal

Grad 0

keine Osteophyten oder Sklerose

Milde Arthrose

Grad I

Osteophyten kleiner als 2mm oder Sklerose der Gelenkfläche der Elle

Moderate Arthrose

Grad II

Osteophyten zwischen 2 und 5mm groß

Schwere Arthrose

Grad III

Osteophyten größer als 5mm

Nach der International Elbow working Group wird die ED je nach  Ausmaß der Erkrankung in drei klinische Stadien eingeteilt. Hierbei wird lediglich der Schweregrad der Arthrose über das Ausmaß der  Knochenzubildungen beurteilt. Das Auftreten spezifischer Läsionen (FCP,  IPA, OCD) wird vermerkt, nicht jedoch für die Klassifizierung verwendet.

OCD (Osteochondrosis dissecans)

Die  Osteochondrosis dissecans ist eine Störung des Knorpelwachstums einer  Gelenkfläche, die mit der Abstoßung eines freien Gelenkkörpers  (Gelenkmaus) enden kann. Sie kann alle Gelenke betreffen, tritt aber  überwiegend im Schultergelenk und im Ellenbogengelenk auf. Betroffen  sind meist größere Hunderassen. Dieser Prozess beginnt bereits vor dem  4. Lebensmonat. Symptome in Form einer intermittierenden (zeitweisen) Lahmheit treten allerdings meist erst zwischen dem 6. und 8. Lebensmonat auf. Ursachen für die Entstehung einer OCD sind vielfältig:

· Genetische Veranlagung

· Fütterung (zu hochwertiges, energiereiches Futter - dadurch bedingt zu schnelles Wachstum)

· Mechanische oder traumatische Ursachen

Therapie: eine erfolgreiche Therapie dieser Erkrankung ist in der Regel nur durch einen operativen Eingriff mit Entfernung der Gelenkmaus möglich.


IPA (Isolierter Processus anconeus)

Ein selbstständiger (isolierter) Ellenbogenfortsatz der Elle ist eine  erblich bedingte Störung der enchondralen Ossifikation (Knorpel wird  abgebaut und durch neu gebildeten Geflechtknochen ersetzt - dies  geschieht in der Wachstumsphase des Knochens). Beim IPA unterbleibt der Verschluß der Wachstumsfuge zwischen Elle und ihrem Processus anconaeus, welcher normalerweise im Alter von 18 bis 24 Wochen erfolgt. In diesem  Alter besteht aufgrund einer verminderten Elastizität die Gefahr eines teilweisen oder vollständigen Abrisses durch ein Trauma oder das  Ausbleiben des Fugenschlusses infolge hoher körperlicher Aktivität. Als weitere Ursache wird ein vermindertes Längenwachstum der Elle (sog. short-ulna-syndrome) diskutiert. Eine Überversorgung mit Calcium und Phosphor begünstigt das Auftreten eines IPA. Bei Rüden ist die  Erkrankung häufiger als bei Hündinnen. In etwa 60 % der Fälle tritt ein IPA einseitig auf.

Therapie: es ist ausschließlich ein chirurgischer Eingriff sinnvoll, bei dem der Ellenbogenfortsatz  (Processus anconeus) mit einer Schraube fixiert wird.


FCP (Fragmentierter Processus coronoideus)

Als Ursache für die Ablösung des Processus coronoideus medialis (engl. fragmented coronoid process) werden verschiedene Mechanismen diskutiert:

  • Wachstumsverzögerung der Speiche (short-radius-syndrom), die zu einer verstärkten Belastung  der Elle führt. Am Processus coronoideus medialis kommt es dadurch zur Knochenverdichtung, Deformation und schließlich zur Ablösung.
  • Verfrühter Epiphysenfugenschluss des Radiuskopfes.
  • Gestörte Feindurchblutung (Mikrovaskularisation) durch eine mechanisch induzierte Sklerose des Knochens im Bereich des Kronfortsatzes.

Die Erkrankung tritt frühestens im Alter von fünf bis sieben Monaten auf.  Unter Umständen wird sie aber vom Besitzer nicht sofort bemerkt, so dass auch Tiere erst im zweiten Lebensjahr dem Tierarzt vorgestellt werden.  Klinisch äußert sich eine FCP als Lahmheit, die vor allem nach längerer  Ruhe oder stärkerer Belastung auftritt. Der Ellenbogen wird zur Seite  ausgestellt.

Therapie: operative  Entfernung des FCP. Diese Maßnahme ist in jedem Fall erforderlich, um  das Fortschreiten arthrotischer Veränderungen aufzuhalten.